Wilhelm-Roux-Preis

Der Wilhelm-Roux-Preis der Sektion Grundlagenforschung kürt den besten Vortrag auf dem Gebiet der Grundlagenforschung auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU). Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Firma B|Braun Aesculap gestiftet. Am Wettbewerb nehmen automatisch alle Arbeiten teil, die für den DKOU im Bereich Grundlagenforschung eingereicht und für einen Vortrag ausgewählt wurden.

Für den DKOU 2026 können bis 15. Februar 2026 Abstracts eingereicht werden.

Preisträger

2025

Gundula Rösch, Klinikum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinkum Frankfurt sowie 
A. Rapp, P.-L. Tsai, S. Taheri, H. Kohler, R. Mayakrishnan, H. Platzer, B. Moradi, A. Schilling, F. Zaucke, D. Slattery, Z. Jenei-Lanzl

The impact of chronic stress on osteoarthritis progression in a murine model: A bidirectional relationship

Die Arbeit der Doktorandin untersucht, wie chronischer Stress die Entwicklung von Osteoarthritis (OA) bei Mäusen beeinflusst. In einem Modell wurde gezeigt, dass chronischer Stress die Symptome und den Verlauf von Osteoarthritis verstärken kann. Die gestressten Mäuse zeigten vermehrte Gelenkentzündungen, Knorpelabbau und Verhaltensänderungen, die auf Schmerzen und Stress hindeuten. Während der Studie beobachteten die Forschungsgruppe um Gundula Rösch eine erhöhte Expression von Entzündungsmarkern und Stresshormonen, was auf eine Wechselwirkung zwischen dem neuroendokrinen System und Gelenkdegeneration hindeutet. 

Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass chronischer psychosozialer Stress ein Risikofaktor für die Verschlimmerung von OA sein könnte und bei der Behandlung berücksichtigt werden sollte. Die Studie liefert wichtige Hinweise für die Entwicklung ganzheitlicher Therapieansätze, die sowohl körperliche als auch psychische Belastungen adressieren.


2024

Paul Knapstein, UKE Hamburg

„The beta2-adrenoreceptor is a targetable stimulus for fracture healing in adult mice“

In der prämierten Arbeit wurde der Einfluss des sympathischen Nervensystems (SNS) auf die Knochenregeneration bei Mäusen untersucht. Anhand genetischer Defizienzmodelle konnte gezeigt werden, dass das SNS über den beta2-Rezeptor essentiell für die Gefäßneubildung im heilenden Knochen der Tiere ist. Entsprechend führte die pharmakologische Blockade dieses Rezeptors mit Propranolol zu einer verminderten Gefäßneubildung und gestörten Knochenheilung, während die Stimulation mit Formoterol diese förderte. Da diese Beobachtungen nur bei älteren Tieren gemacht wurden, ist eine physiologisch erhöhte Grundaktivität des SNS mit zunehmendem Alter eine wesentliche Voraussetzung für diese skelettalen Manifestationen.


2023

Michael Steinberger, Universitätsklinikum Ulm

„Einfluss einer therapeutischen Komplementblockade auf die akute Nierenschädigung nach hämolytischer Transfusionsreaktion“


JahrPreisträger

2022

Dani Simeonova Miteva (Essen): „The impact of age and trauma on the functional and metabolic state of natural killer cells“

2021

PD Dr. Elmar Herbst (Münster): „Anteromedial rotatory knee instability – much more than the medial colleteral ligament“

2020

Dr. Josef Stolberg-Stolberg (Münster): „Inhibition des TLR-3 Signalwegs schützt vor post-traumatischer Arthrose“

2019

Dr. Dominique Muschter (Regensburg): „Sensory nervous system impact on cartilage and subchondral bone pathology in a murine DMM-model“

Karima El Bagdadi (Frankfurt): „Der Sympathikus als zweischneidiges Schwert im Verlauf der Osteoarthrose: Noradrenalin beschleunigt die Knorpeldegeneration und verlangsamt Veränderungen im subchondralen Knochen“

2018

M. Sc. Nicole Hecht (Heidelberg): „EZM-Gehalt und WNT Signalbalance determinieren die Mechanotransduktion in Knorpelgewebe: Relevanz für die Osteoarthrose“

Dr. Babak Moradi (Heidelberg): „Analyse der Präsenz und Aktivität von Th 1 und Th 17 CD4+ Zellen in der Pathogenese der Osteoarthrose“

2017

Dr. Sabrina Ehnert (Tübingen): „TGF-ß1 impairs mechanosensation of human osteoblasts via HDACS-mediated shortening and distortion of primary cilia“

2016

Prof. Dr. Stefanie Flohé (Essen): „Mesenchymale Stroma/Stammzellen aus dem Knochenmark reaktivieren die Funktion von Natürlichen Killerzellen nach Polytrauma über die Bildung von monocyte-chemotactic protein 1“

2015

Herath (Homburg), Lion, Klein, Scheuer, Holstein, Pohlemann, Menger, Histing: „Cilostazol beschleunigt die Frakturheilung in der Maus“

2014

Haffner-Luntzer Melanie, Heilmann Aline, Rapp Anna, Schinke T., Amling M., Ignatius Anita, Liedert Astrid: „Midkine-Defizienz verzögert die Chondrogenese während der frühen Phase der Frakturheilung“

2013

Kemmler J., Bindl R., Wagner F., Gröger M., Calcia E., Radermacher P., Ignatius A.: „Eine intermittierende Therapie mit normobarem Sauerstoff verbessert die durch ein Thoraxtrauma kompromittierte Frakturheilung im Mausmodell“
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